Über den Mut

Wanderritt Reitpferd Packpferd

Das ist aber ganz schön mutig.“ „Ich bewundere euren Mut!

Solche Sätze höre und lese ich oft. Einerseits freut mich positives Feedback auf unsere Auswanderung oder besser auf unseren Entschluss und die erfolgte Umsetzung desselben, andererseits macht es mich auch nachdenklich.

Ich habe einmal in einem Interview mit dem Hirnforscher Gerald Hüther eine etwas andere Sicht auf den Mut an sich bzw. auf mutige Taten kennengelernt. Sie deckt sich sehr mit meiner Wahrnehmung. Laut Hüther braucht ein Mensch Mut nur für Taten, die er eigentlich nicht tun will. Ich habe mich stets als nicht besonders mutig empfunden. Schon 1991 nicht, als ich einen Monat nach meinem Abitur alleine mit zwei Pferden und zwei Hunden von Norddeutschland nach Südfrankreich ritt. Es war in seelischer Hinsicht kein Spaziergang für mich. Tag für Tag die Schritte der Pferde in Richtung Süden lenken, nie wissen, was uns bei Sonnenuntergang vom Schicksal für Begegnungen zugedacht waren. Hin zu einem fernen und gänzlich unbekannten Ziel. Ich wusste nur, dass ich es tun muss. Tue.

Und genauso verhält es sich 2019, als ich bei meinem ersten Besuch auf Matou spürte, „dass es das ist.“

Hast du dieses Gefühl schon einmal oder mehrmals in deinem Leben gehabt? Etwas, das nicht als Wunsch ohne wirksamen Willen auftritt, sondern als Gewissheit? Oder hast du dein Leben und deine Umstände sich so entwickeln lassen, wie es sich ergab? Entscheidungen eher immer als Reaktionen auf die Wünsche anderer und „der Gesellschaft“ und der Gegebenheiten getroffen? Was will uns der Spruch „Den Mutigen gehört die Welt.“ sagen? Gehört dir deine Welt?

Bei dieser Sichtweise trifft ein Aspekt trifft sicher zu. Wenn man mir jetzt das Label „mutige Frau“ verpassen möchte, so stimmt das insofern, dass ich mir oft in meinem Leben eine Welt kreiert habe, die wirklich die meine war. Sie hat zu mir im positiven Sinne gehört, sie hatte überdurchschnittlich viele Aspekte des Lebens, zu denen ich mit vollem Herzen „ja!“ sagen konnte. Die Erfüllung keines einzigen meiner Träume hat mich auf den mentalen Olymp erhoben. Es gab vielerlei Herausforderungen, krasse Probleme, Widrigkeiten, aber der Grundgesang war immer wieder der des richtigen Films. Meiner Welt. Weil ich mich für sie entschieden hatte und gewillt war, die Konsequenzen meiner Handlungen zu tragen.

Ninas Pferd mit Sattel und Packtaschen am Hang südfranzösischer Berge

Ich war vor einigen Jahren auf einem Vortrag von Reinhard Sprenger. Er begann sinngemäß so: „Wären Sie jetzt lieber am Strand von Hawaii? Die gute Nachricht, Sie können in ein paar Stunden auf dem Weg dorthin sein. Wenn Sie jetzt sagen „Ich kann nicht“, dann scheuen Sie nur die Konsequenzen. Dass Sie Ihren Job los sind, Ihr Konto überzogen wird, Ihre Frau sie für ein A… hält und Ihre Kinder nichts mehr mit Ihnen zu tun haben wollen, so als Beispiel. Aber Sie können nach Hawaii. Wenn Sie die Konsequenzen tragen.

Die Konsequenzen einer Auswanderung nach Südfrankreich können ähnlicher Natur wie die von Sprenger angesprochenen sein. Wenn man Marios und meinen Schritt jetzt als mutig bezeichnet, könnte damit gemeint sein, dass der Sprecher diese Art der Auswirkungen für sich als nicht tragbar empfindet. Es würde ihn oder sie dann Mut kosten, sich auf einen solchen Weg zu begeben.
Was wäre, wenn die Konsequenzen aber nun gar nicht so schlimm und gravierend sind wie befürchtet? Was, wenn das Positive und Gute darin stark trägt und die Seele nährt?

Wenn du dich mit einem Gedanken beschäftigst, etwas in deinem Leben zu verändern, aber im „den-Mut-hätte-ich-nicht-Modus“ bist, dann kann folgende Übung für dich hilfreich sein: Nimm zwei Blätter leeres Papier, notiere auf dem einen die erhofften positiven Konsequenzen deiner Idee oder deines Traums und auf dem anderen die befürchteten negativen. Achte gut auf deine Gefühle beim Schreiben und gedanklichen Ausmalen dessen, was dieser Schritt bedeuten würde. Wäge ab und stelle dir immer wieder die Frage: Was ist stärker?

Amadeus hält Ausschau über die Berge Südfrankreichs

Noch einmal Sprenger: „Eine gewisse Risikobereitschaft ist die Voraussetzung für Kreativität und Innovation. Innere Motivation stellt sich von alleine ein, wenn der Mensch das tut, was er am besten kann und womit er freiwillig seine Zeit verbringen würde.

Was machst du gerne und gut? Wofür glaubst du, Mut zu brauchen? Solchen und anderen Fragen gehen wir in der „Traumwoche Le Matou“ und im „Bildungsurlaub“ nach. Dich erwartet ein unvergesslicher Aufenthalt mit Körper, -Mental- und Seelenarbeit und natürlich den sechs Pferden und Hühnern.

Du möchtest dabei sein? Als eine der ersten diese Möglichkeit ergreifen? Schreibe mir eine Mail und wir sprechen über deine Fragen, Wünsche und Vorstellungen und wer weiß, vielleicht findest du ja heraus, dass es genau das passende Angebot für dich ist!

Dieses Angebot ist viel mehr als eine Weiterbildung, es ist die Einladung in mein Zuhause, der Einblick in meine Welt… da steht der persönliche Kontakt an erster Stelle. Ich freue mich darauf von dir zu hören!

von | Nov 25, 2022 | Traum

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